Kravica-Wasserfälle: Baden statt nur schauen
Ganz ehrlich: Reisen mit Baby – das ist super einfach. Haben wir immer schon so empfunden, wird uns aber jetzt noch einmal klarer, wo wir nicht nur mit Baby, sondern mit Baby und Kleinkind unterwegs sind. Mit Baby kannst du ziemlich viel machen. Einfach rein in die Trage und los geht’s. Mit Kleinkind kann man klassisches Sightseeing definitiv abhaken. Einen stinknormalen Wasserfall zu besuchen, hätte unseren Dreijährigen vermutlich wenig begeistert. Die Kravica-Wasserfälle in Bosnien und Herzegowina sind da schon etwas ganz anderes.
Ein Wasserfall, in dem man baden darf
Optisch erinnern sie mich ein wenig an die Plitvicer Seen in Kroatien, wenngleich das Gebiet dort um einiges weitläufiger ist. Die Kravica-Wasserfälle findet man ganz im Süden von Bosnien und Herzegowina – etwa eine Fahrstunde von Mostar entfernt, unweit der kroatischen Grenze. Hier stürzt der Fluss Trebižat über eine breite, halbkreisförmige Felskante rund 26 bis 28 Meter in die Tiefe. Dabei teilt sich das Wasser in zahlreiche einzelne Wasserfälle, die schließlich in ein großes Wasserbecken münden. Und hier beginnt auch der – vor allem für Kinder – entscheidende Unterschied zu den Plitvicer Seen. In diesem Wasserbecken darf man nämlich auch baden.
Camping direkt bei den Wasserfällen
Dass das Wasser Anfang Oktober bereits ziemlich kalt war, hat Nico nicht vom Schwimmen abgehalten. Wir haben es vorgezogen, nur mit den Füßen ins Wasser zu gehen und Fotos zu machen. Gelegenheiten dazu hatten wir jede Menge, denn unser Campingplatz war nur wenige hundert Meter von den Wasserfällen entfernt. Das Auto Camp Kravica befindet sich direkt neben den Wasserfällen, wodurch man diese auch in der Nacht besuchen kann – wenn sie beleuchtet sind – und vor allem, bevor die Touristenmassen kommen.
So idyllisch, wie meine Fotos aussehen, ist es hier nämlich nicht immer: Selbst in der Nebensaison ist hier relativ viel los. Und neben den Wasserfällen liegen einige Restaurants und Bars. Man kann Liegen und Sonnenschirme mieten und auch mit dem Boot auf dem Wasserbecken fahren. Dafür, dass die Kravica-Wasserfälle zu den meistbesuchten Orten in Bosnien und Herzegowina gehören, ist es hier aber nach wie vor relativ günstig – für unsere Verhältnisse zumindest. So haben wir etwa für eine Pizza rund acht Euro gezahlt oder für einen Souvenir-Magneten einen Euro. Und selbst unser Campingplatz, der idyllisch direkt am Fluss liegt, hat mit Strom nur 25 Euro pro Nacht gekostet.
Eine Verkehrskontrolle zum Abschied
Dafür haben wir dann auf dem Weg von Bosnien und Herzegowina nach Montenegro noch ein bisschen Geld liegen lassen. Zwei – zugegeben sehr freundliche – Polizisten haben uns bei einer Verkehrskontrolle wohl darüber aufgeklärt, dass Kinder unter zwölf Jahren hier grundsätzlich nicht auf dem Beifahrersitz mitfahren dürfen. Auch dann nicht, wenn sie in einem geeigneten Kindersitz sitzen. Wieder etwas gelernt – und damit sind wir jetzt auch für Montenegro gerüstet. Hier gilt diese Regelung nämlich auch.
Hier waren wir:
Auto Camp Kravica (Google Maps)




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