Jajce: zwischen Wasserfall und Wassermühlen
Jajce – ich muss zugeben: Bis vor einem Monat hatte ich noch nie von diesem Ort gehört. Na gut, es ist ja auch eine eher kleine Stadt mitten in Bosnien und Herzegowina. Aber eine mit einer Besonderheit: Wie viele Orte gibt es schon, in denen ein rund 20 Meter hoher Wasserfall direkt im Stadtzentrum liegt? Wer Jajce googelt, stößt schnell auf das markante Bild mit der Stadt und ihrer Festung im Hintergrund und dem Wasserfall im Vordergrund. Den passenden Aussichtspunkt habe ich natürlich auch gesucht – und schlussendlich gefunden. Aber dazu später mehr.

Jajce liegt etwa 70 Kilometer südlich von Banja Luka. Die Straße zwischen den beiden Städten führt durch ein enges Flusstal und ist landschaftlich ein Traum. Die vielen engen Kurven verlangen allerdings auch einiges an Konzentration. Hier waren wir wirklich froh, dass keinem unserer Kinder beim Autofahren schlecht wird. In Jajce haben wir schließlich das örtliche Auto Kamp angesteuert, das ebenfalls direkt am Fluss liegt, genug Platz für Kinder zum Toben und Entdecken bietet und noch fußläufig von der Stadt entfernt ist – was will man mehr?
Ein Wasserfall, zwei Perspektiven
Nach einem kurzen Mittagsschlaf – und langer Einschlafbegleitung, aber darüber reden wir lieber nicht – haben wir bei unserem Besuch natürlich als Erstes den Wasserfall angesteuert. Eine Besucherterrasse führt direkt vor die herabstürzenden Wassermassen. Den Eintritt von umgerechnet 2,50 Euro (in der Nebensaison) kann man sich aus meiner Sicht allerdings getrost sparen – oder auch gönnen, immerhin reden wir von 2,50 Euro –, denn hier bekommt man nicht den heiß ersehnten Blick auf Stadt und Wasserfall. Dafür muss man nämlich auf die andere Seite des Tals.
Den gesuchten Aussichtspunkt haben wir erst am nächsten Tag gefunden, denn dieser ist nur mit dem Auto gut erreichbar. Von einer kleinen Parkbucht entlang der Hauptstraße – der letzten, bevor man von Osten kommend die Stadt erreicht – führt ein schmaler Wanderweg in den Wald. Nach wenigen hundert Metern erreicht man einen hölzernen Pavillon und hier öffnet sich dann auch der Blick. Da ist es: das Jajce-Panorama, das ich von den Fotos kannte.
Die Pliva-Wassermühlen: ein kleines Märchenland
Eine ausgiebige Stadtbesichtigung haben wir den Kindern zuliebe ausgelassen. Dafür haben wir ganz in der Nähe einen weiteren besonderen Ort besucht, der auch unseren Großen begeistert hat: Etwa fünf Kilometer westlich von Jajce stehen zwischen dem Großen und dem Kleinen Pliva-See rund 20 historische Wassermühlen.
Die kleinen Holzhäuschen – Mlinčići genannt – erinnern ein bisschen an ein Märchenland. In Betrieb sind sie heute nicht mehr, aber über schmale Holzstege kann man von einem zum nächsten spazieren. Nico hat, glaube ich, an jedes einzelne Häuschen geklopft, um zu schauen, ob jemand aufmacht. Gut für mich – so hatte ich genug Zeit zum Fotografieren. 😉
Nach einer Nacht in Jajce ist für uns auch schon wieder weiter in den Süden von Bosnien und Herzegowina gegangen – zu einem besonderen Naturjuwel. Dazu aber mehr im nächsten Beitrag!
Hier waren wir:
Auto Kamp Jajce (Google Maps)
Versteckter Aussichtspunkt (Startpunkt auf Google Maps)
Mlinčići Wassermühlen (Google Maps)




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